Gezielt qualifizieren – nachhaltig profitieren

Teil 1: Stellen Sie die Verbindungen her!

Heute haben die deutschen Unternehmen branchenübergreifend verstanden, dass insbesondere gezielte Qualifizierung eine der wirksamsten Maßnahmen ist, die Qualität und Produktivität zu steigern und so dem zunehmenden Wettbewerbsdruck und dem Fachkräftemangel zu begegnen.

Kosten spielen immer eine Rolle
Kleinere und mittlere Unternehmen verfügen häufig nicht über entsprechend ausgebildetes „Personal für das Personal“.  Eine Hürde für Weiterbildungsmaßnahmen ist der unbekannte Kosten/Nutzen-Aspekt. Der Studie „Weiterbildung 2010“ (Online-Befragung der DIHK von über 15.000 Unternehmen) zufolge, antworten 32 % der Verantwortlichen auf die Frage, unter welchen Umständen mehr in die Weiterbildung Ihrer Mitarbeiter investiert werden würde, mit „Wenn sich die Kosten amortisieren würden“. In den seltensten Fällen lässt sich dies mit vertretbarem Aufwand eindeutig messen. Klar ist aber auch: Die „billige Lösung“ ist in der Regel nicht die Beste.  Was tun?

Nutzen Sie Ihr Unternehmenswissen!
Die Weitergabe von Wissen von Mitarbeiter zu Mitarbeiter ist eine der effizientesten Möglichkeiten der kontinuierlichen Kompetenzentwicklung im Unternehmen. Abhängig von der Branche und Unternehmensstruktur sollten Sie den Einsatz folgender Mittel prüfen.

Know-how-Milestones schaffen
Know-how-Meetings und -Workshops von Mitarbeitern für eigene Kollegen sind hervorragende Maßnahmen – insbesondere wenn es darum geht zusätzlich zu fach- und methodenspezifischem Wissen auch „soft skills“  zu entwickeln, z. B. Teamfähigkeit oder rhetorisches Können. Zudem festigt sich bei entsprechenden Mitarbeitern frisch erworbenes Wissen durch die Herausforderung der aktiven Vermittlung  an andere.

Know-how-Transfer 2.0

Online-basierte Wissensportale (z.B. sogenannte Wikis)  sind eine attraktive Möglichkeit, Fachwissen Einzelner im Unternehmen transparent und jederzeit verfügbar zu machen. Sie bieten zudem die Option der Kollaboration – der gemeinschaftlichen Lösung, z.B. für abteilungsübergreifende Fragestellungen. So können etwa unternehmensspezifische Online-Glossare entstehen, Ideen und Vorschläge gesammelt oder Diskussionsforen eingerichtet werden. Hier sind mittlerweile leistungsfähige und kostengünstige Lösungen (z.B. Open Source) erhältlich, die sich mit überschaubarem Aufwand individuell anpassen oder in ein bestehendes Intranet integrieren lassen.

Mobiles Internet öffnet neue Lern- und Informationskanäle
Das enorme Entwicklungstempo im Smartphone- und Tablet-Sektor ermöglicht heute zunehmend die mobile Nutzung von Inhalten solcher Know-how-Plattformen zu jeder Zeit und an jedem Ort. Das ermöglicht die ständige Anbindung, z.B. von Handelsbetrieben oder Mitarbeitern im Außendienst, an das Unternehmenswissen – mit Vorteilen für beide Seiten! Entscheidender Faktor hier: die nutzerfreundliche Bedienung über mobile Endgeräte und gleichzeitig auch die Verfügbarkeit der Themen in neuen „Zeit-Räumen“ (z.B. in akustischer Form als Podcasts für Fahrten im Dienstwagen).

Qualifizierung lässt sich nicht „verordnen“
Entscheidend bei allen Maßnahmen ist, dass die Umsetzung und die Nutzung von den Führungskräften getragen, gefördert und „vorgelebt“ wird. Zudem sollten die Mitarbeiter die Möglichkeit haben, auch aktiv an der Planung und Umsetzung solcher Maßnahmen mitzuwirken. Nur so entsteht die notwendige Bereitschaft und idealerweise auch die Freude am gemeinsamen Workshop oder der Nutzung der Know-how-Plattform.

Von Beginn an Mehrwert bieten!
Die Einführung, z. B. eines  Know-how-Werkzeugs im Unternehmen, ist ein heikles Thema. Die Erfahrung zeigt, dass das beste System scheitert, wenn das Werkzeug für die Mitarbeiter keinen erkennbaren Mehrwert bietet. Die zwingende Voraussetzung dafür ist eine professionelle Evaluierung und die maßgeschneiderte Anpassung des Systems an die Nutzer und Nutzergruppen. Ebenso  wichtig ist jedoch die entsprechende kommunikative Begleitung der Einführung. Denn: Umfang und Qualität der Nutzung eines solchen Systems sind häufig intensiv an die erste Begegnung gekoppelt. Und hier gelten die Werte des echten Lebens: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck!