Facebook-Posts und ihre „reale“ Reichweite

Im Facebook-Marketing setzen Unternehmen die Anzahl der Fans häufig mit tatsächlicher Reichweite gleich. Was viele nicht wissen: Nur ein Bruchteil der „geteilten“ Inhalte erreicht die Fangemeinde. So erscheinen die Posts laut Untersuchung von Pagelever, Anbieter eines Facebook-Analyse-Tools, durchschnittlich nur bei 7,5 Prozent der Fans unter den „Neuigkeiten“.

 

Hauptursache dafür ist der Facebook-Algorithmus „Edgerank“, der die Inhalte nach Nutzerrelevanz bewertet und filtert. Diesen „Edgerank“ und dessen Faktoren sollten Social-Media-Verantwortliche und Berater kennen, um bei Zielgruppen zu punkten bzw. dort überhaupt erst sichtbar zu sein.

 

Drei Faktoren entscheiden lt. Hightext iBusiness* darüber, ob Posts die Hürde „Edgerank“ überwinden und bei einem Fan in den News erscheinen. Ausgehend von diesen Faktoren können konkrete Handlungsempfehlungen für die Facebook-Kommunikation abgeleitet werden.
 

Faktor 1: Demonstrierte Nähe
Ein Fan beweist Nähe, indem er sich auf der Facebook-Unternehmensseite bewegt, Posts des Unternehmens kommentiert oder per Klick auf „Gefällt mir“ in seinem persönlichen Netzwerk weiterleitet. Umso häufiger dies geschieht, umso eher werden Status-Updates des Unternehmens als Neuigkeit beim Nutzer gelistet.


>> Interagieren Sie verstärkt mit Ihren Fans, indem Sie z. B. durch aktives Fragen oder außergewöhnliche Ideen und Contents zum „Mitmachen“ anregen. 
>> Begeistern Sie kontinuierlich mit aktivierenden Inhalten. Der Faktor Nähe wird niedriger eingestuft, wenn der Nutzer einige Zeit nicht mehr mit Ihnen interagiert hat.
>> Ziehen Sie im Vorfeld besonders wichtiger Posts durch mehrere Status-Updates Aufmerksamkeit auf sich. Bei Fans, die diese Inhalte kommentieren oder weiterempfehlen, landet anschließend auch die Top-Meldung in den News.


 

Faktor 2: Content-Arten
Fotos, Videos und Links haben gegenüber reinen Textmeldungen generell größere Chancen in den News der Empfänger angezeigt zu werden.
 

>> Diese Content-Typen sollten daher Bestandteil jeder Kampagne sein. Dabei ist darauf zu achten, dass die eingesetzten Medien geeignet sind, um die Botschaften attraktiv und klar zu transportieren.
 

 

Faktor 3: Aktualität des Posts
Ein Post gilt als umso aktueller, je näher die Veröffentlichung und der Abruf der Neuigkeiten durch den Fan zeitlich beieinander liegen. Aktuellere werden gegenüber älteren Inhalten bevorzugt angezeigt.

 

>> Veröffentlichen Sie Ihre Inhalte also möglichst dann, wenn sich Ihre Fans in ihre Accounts einloggen.

 

Nach Buddy Media bleiben hier Potenziale ungenutzt, da Unternehmen häufig während der typischen Bürozeiten Inhalte teilen. Lt. Untersuchung würden Posts außerhalb dieses Zeitfensters auf 20 Prozent mehr Resonanz stoßen. Testen Sie die Veröffentlichung daher auch außerhalb der Bürostunden und beobachten Sie, wann die größte Interaktion erzielt wird.


 

Was ist die Zahl der Fans auf Facebook wert?
Der Einfluss des „Edgeranks“ zeigt: Die Anzahl an Fans und die erzielte Reichweite auf Facebook können nicht gleichgesetzt werden.Auch ist zu beachten, dass sogenannte „Fans“ Inhalte aktiv und dauerhaft ausblenden können – z. B. weil sie ausschließlich aufgrund eines bestimmten Themas oder zur Teilnahme an einem Gewinnspiel auf den „Gefällt mir“-Button einer Seite geklickt haben.  Oder weil Inhalte langfristig nicht ihren Erwartungen entsprechen.

 

Vor diesem Hintergrund ist die Anzahl an Fans als alleiniges Kriterium für die Bewertung der Social-Media-Aktivitäten von Unternehmen nicht geeignet! Auch die Maßnahme „Fans zu kaufen“ erscheint wenig erfolgsversprechend und sinnvoll.
 

Fazit: Alle Anstrengungen und Aufwände zur Gewinnung von Fans lohnen sich nur dann, wenn es auch gelingt, im Fokus der Nutzer zu bleiben. Der Schlüssel dazu liegt in attraktiven und begeisterten Contents, die den Fans echten Mehrwert bieten!

 

 

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