Tech: Google-Lens

AR-Bilderkennung mit Google Lens

von Daniel Fiederling

Google Lens erweitert Assistenten-Funktionen


Google Lens – ursprünglich ausschließlich zur Erkennung von unbewegten Bildern und als exklusives Feature der „Fotos“-App auf Pixel Smartphones gestartet – ist seit Juni 2018 für alle Geräte ab Android 5.0 „Lollipop“ verfügbar und beherrscht nun die Live-Bild-Analyse mittels Augmented Reality.

Durch Aufruf des Google Assistants über die Home-Taste oder die Standalone-App aus dem Play Store kann Google Lens genutzt werden. Das Live-Bild der Kamera wird analysiert und erkannte Bereiche mit einem Marker zum Antippen versehen.

Den Angaben von Google zufolge wird dabei die Verarbeitung folgender Inhalte unterstützt:

  • Visitenkarte: Telefonnummer oder Adresse für einen Kontakt speichern
  • Buch: Rezensionen oder andere Informationen abrufen
  • Sehenswürdigkeit oder Gebäude: Weitere Informationen recherchieren
  • Gemälde in einem Museum: Weitere Informationen recherchieren
  • Pflanze oder Tier: Weitere Informationen recherchieren
  • Flyer oder Plakat für Veranstaltung: Ereignis im Kalender hinzufügen
  • Shopping: z.B. Kleidung oder Einrichtungsgegenstände scannen, um Kaufangebote zu erhalten
  • Dokumente: Texte erkennen, schnelles Übertragen von gedrucktem Text in digitale Dokumente

Die Zuverlässigkeit der Bilderkennung lässt in manchen Bereichen derzeit noch zu wünschen übrig, funktioniert aber, z.B. für Sehenswürdigkeiten, schon sehr gut, auch bei schlechten Lichtverhältnissen wie Gegenlicht. Der Benutzer kann das Ergebnis bewerten und bei Bedarf das Bild mit Verbesserungsvorschlägen einreichen.

Im Hintergrund arbeiten fortschrittliche Deep-Learning-Algorithmen, sodass sich die Erkennungsqualität mit zunehmender Nutzerzahl im Laufe der Zeit immer weiter und immer schneller verbessern wird.

Die Analyse und die Bereitstellung der Informationen erfolgt durch Web-Dienste von Google. Ohne aktive Internetverbindung kann die Anwendung allerdings nicht genutzt werden, verursacht aber auch keinen auffallend hohen Datenverbrauch bei aktiver Nutzung.

Wichtig zu wissen: Es wird, wie für viele anderer Dienste auch, ein Verlauf der mit Lens analysierten Bilder gespeichert und dem Nutzeraccount zugeordnet. Den Verlauf kann man über „meine Aktivitäten“ entsprechend einsehen und verwalten.

Fazit: Der Google Assistant wird durch Google Lens deutlich aufgewertet. Schon jetzt ist der Assistant ein guter Reisebegleiter, wenn man auf eigene Faust unterwegs ist. Durch das Erkennen von Visitenkarteninformationen wird das lästige Abtippen von Kontaktinformationen vereinfacht. Auch die Texterkennung funktioniert erstaunlich gut und eröffnet Nutzern ganz neue Möglichkeiten Texte zu digitalisieren. Allerdings wird eine Datenverbindung benötigt und die derzeitige Erkennungsrate ist noch ausbaufähig.

Quellen: GoogleGoogleblogt3n

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