Strategien realisieren mit Methode


Ein Experten-Interview mit Dr. Tobias Knössl von der AUDI AG zum Thema Strategie.

Interview: Marten Lucas

 


Die AUDI AG stand vor der Aufgabe, ein umfangreiches Strategieprogramm umzusetzen. Das Projekt erwies sich als äußerst komplex, weil es standort- und geschäftsbereichsübergreifend angelegt war. ByteConsult unterstützte durch Workshops, Impulse und

die Möglichkeit zur Reflexion. Dr. Tobias Knössl war bei der AUDI AG für die Erarbeitung der Strategie mitverantwortlich. Er bezieht hier Stellung zum Projekt.

Herr Dr. Knössl, in dem Projekt haben sehr viele Menschen zusammengearbeitet. War die Koordination eher straff organisiert oder blieb den Mitarbeitern Freiraum für eigenverantwortliches Handeln?

Dr. Tobias Knössl:

Wir haben uns bewusst gegen eine zu starke Kontrolle im Projekt entschieden. Ganz ohne geht es natürlich nicht, weil die Fäden zusammengehalten werden müssen. Bei der Operationalisierung ist es jedoch besonders wichtig, Dinge aus einem Selbstverständnis heraus zu tun. Wenn etwas in einem strategischen Kontext steht, kann man sich selbst besser motivieren und auch andere begeistern. Dafür war es wichtig, das Gesamtkonzept des Strategieprogramms zu vermitteln.

Das Projekt war standortübergreifend angelegt. Ist Teamarbeit bei einem Projekt dieser Größenordnung möglich?

Dr. Tobias Knössl:

Anfangs arbeiteten unsere drei Prozessareale an unseren Standorten vorwiegend isoliert voneinander. Diese drei Instanzen wurden im Projektverlauf zu einem Team zusammengeführt. Dabei hat geholfen, nicht mehr in Arealen zu denken, sondern in Standorten. Dies war zu Projektbeginn noch schwierig. Erst als jeder versucht hat, das Beste für unsere Standorte als Ganzes herauszuholen, ist der Zusammenhalt im Projektteam gewachsen.

Wenn etwas in einem strategischen Kontext steht, kann man sich selbst besser motivieren und auch andere begeistern.

Erst als jeder versucht hat, das Beste für unsere Standorte als Ganzes herauszuholen, ist der Zusammenhalt im Projektteam gewachsen.

Sie meinen, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist erst im Verlauf des Projektes größer geworden?

Dr. Tobias. Knössl:

Natürlich gab es zum Projektstart Berührungsängste und Zweifel. Aber es haben sich alle Kollegen von Anfang an stark engagiert, auch wenn sich der ein oder andere zunächst nicht so leicht vom Silodenken lösen konnte. Fairerweise muss man sagen: Der Grund hierfür waren häufig Bereichsvorgaben, an denen sie gemessen wurden. Hervorzuheben ist, dass wir durch ein klares Zielbild viele Kollegen zu einem Austausch bewegen konnten. Das war mitursächlich für das Gelingen des Projekts.

 

Nach den Big-Picture-Workshops stand die schwierige Phase der Operationalisierung an. Was macht für Sie eine gute Operationalisierung aus?

Dr. Tobias. Knössl:

Ich habe im Verlauf des Projekts gelernt, dass es nicht so sehr auf das Tracking ankommt. Wichtig ist vielmehr, Dinge eigenmotiviert umzusetzen. Die dafür notwendige intrinsische Motivation musste bei vielen Mitarbeitern und Fachabteilungen erst geschaffen werden. Am Ende haben die Mitarbeiter, das Projekt und das Unternehmen davon profitiert.

 

Natürlich gab es zum Projektstart Berührungsängste und Zweifel.

Wichtig ist, Dinge eigenmotiviert umzusetzen.

Für Beratungsunternehmen ist es ein Kompliment, wenn der Auftraggeber irgendwann sagt: Wir brauchen euch nicht mehr.

Unsere Idee von Beratung ist, den Kunden einen Rahmen zur Selbstbefähigung zu geben. Kennen Sie das von anderen Beratungsunternehmen auch?

Dr. Tobias Knössl:

Ich komme aus der Beratung und kenne die Praxis. Manche Beratungsunternehmen erzeugen Abhängigkeit, andere befähigen zu selbstständigem Arbeiten. Wir haben in den Workshops und bei der Umsetzung des Strategieprogramms gelernt, auf eigenen Beinen zu stehen, und können eine Strategieentwicklung jetzt selbst durchführen. Für ein Beratungsunternehmen ist es ein Kompliment, wenn der Auftraggeber irgendwann sagt: Wir brauchen euch nicht mehr.

Selbstbefähigung gelingt nach unserer Meinung am besten durch das Spiegeln von Ideen und Erkenntnissen. Wie sehen Sie das?

Dr. Tobias Knössl:

Es war ein Riesenmehrwert, in den Workshops den Blick von außen zu erhalten. Ergebnisse zum Abnicken haben wir nicht erwartet. Ergebnispräsentationen sind meist veraltet, weil wir stets am Puls der Zeit sind, wo sich das Rad sehr schnell dreht. Die Spiegelung unserer Einschätzungen und Erkenntnisse hat uns beim Reflektieren jedoch sehr geholfen.

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